Die (Ausgangs-)Situation – was Niedersachsen so besonders macht.

Die verstärkte Förderung ab 2017 trifft auf eine queere Community, die seit Jahrzehnten vor allem auf ehrenamtlichem Engagement aufbaut. In zahlreichen Vereinen und auch Gruppen ohne Rechtsform werden Empowerment, Öffentlichkeits­arbeit, Kulturbeiträge und Interessenvertretung ehrenamtlich organisiert und durch­geführt.

Wichtig ist hierbei die Unterscheidung und Abgrenzung zur Präventions- und Sozialarbeit, die im Rahmen von AIDS-Hilfen auch in die schwulen / MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) Zielgruppen hineinwirkt. Dort gibt es flächendeckende, professionalisierte Strukturen. Denn hier gab es bundesweit organisierte, strukturierte Aufbauarbeit seit den späten 1980er-Jahren.

Schon 1993 begann die Niedersächsische Landesregierung mit einem eigenen Haushaltstitel die Förderung von Projekten zum Abbau von Schwulenfeindlichkeit und Ausbau der Sebsthilfe schwuler Männer. Ab 2014 wurde dieser Haushaltstitel erweitert um Projektförderung für den Auf- und Ausbau lesbischer, trans* und inter-Selbsthilfe und der Beratungsangebote in den Bereichen trans* und inter. Als Koordinierungsstelle für die Fördermittelvergabe diente dem Land das Queere Netzwerk Niedersachsen, das 2013/14 aus dem seit 1992/93 zuständigen Schwulen Forum Niedersachsen hervorging.

Bis 2016 konnten mit dieser Finanzierung aus Landesmitteln kleine und mittlere Projekte mit meist lokaler oder regionaler Wirkung realisiert oder unterstützt werden. Hinzu kam landesweite Vernetzungsarbeit, sowie Qualifizierungsangebote für das Ehrenamt.

Seit 2017 investiert Niedersachsen in den Nachholbedarf für hauptamtliche, professionalisierte Infrastrukturen im LSBTIQ*-Bereich und ermöglicht damit erstmals die grundlegende inhaltliche Arbeit für queere Bedarfe im Land.