Gesundheit lesbischer, bisexueller und queerer Frauen* in Niedersachsen
Trägerschaft:
  • LiN – Lesbisch in Niedersachsen im QNN
  • in Kooperation mit dem Frauen-Mädchen Gesundheitszentrum Region Hannover e.V. (FMGZ)
Kurzbeschreibung:

Entsprechend der Handlungsempfehlungen 52, 53 und 58 aus dem Abschlussbericht der Kampagnen-Vorbereitung 2016 werden Informationsmaterial und qualifizierte Beratung in Niedersachsen für lesbische Gesundheit (z.B. Zugang zu und Auswirkungen von Reproduktionsmedizin, Brustkrebs u.ä., psychische und psychosomatische Auswirkungen nach sexualisierter Gewalt) und zum Thema sexuell übertragbarer Krankheiten geschaffen.

Projektnutzen:

Frauen*liebende Frauen* (* = cis/trans*/inter) leben gut informiert vermutlich gesünder bzw. können sich um ihre spezifischen Gesundheitsthemen eigenverantwortlich kümmern.

Gesamtziel:

Qualifizierte Beratende sind in von frauen*liebenden Frauen* akzeptierten und ihnen bekannten Infrastrukturen gut für sie erreichbar. Die Informationsmaterialen oder -medien zu den verschiedenen Themen werden flächendeckend genutzt.

Teilziele:
  • Inhalte und Qualität von Maßnahmen für lesbische* Gesundheit sind ganzheitlich beschrieben.
  • Aufbau eines dezentralen, flächendeckenden Beratungsangebots, insbesondere in Kooperation mit bestehenden, passenden Strukturen und Anlaufstellen; Lücken wurden identifiziert und behoben.
  • Das notwendige Infomaterial ist geschaffen und landesweit verfügbar.
  • Die Angebote und Materialien sind sowohl Frauen* als auch ggf. weiterverweisenden Institutionen bekannt.
  • Frauen*liebende Frauen* sind für das Gesamtthema oder die für sie neuen Unterthemen sensibilisiert (Awareness, Impulsveranstaltungen oder -kampagnen); sie wissen, wie sie im Kontakt mit medizinischen Fachleuten sicherstellen können, angemessen und kompetent behandelt zu werden.
Ausgangssituation

Lesbische, bisexuelle und queere Frauen* werden bei Gesundheitsthemen nicht gesondert berücksichtigt. Grundsätzlich werden die Bedürfnisse und unterscheidbar anderen Krankheitsverläufe und Häufigkeiten von Frauen* ohnehin noch nicht ausreichend berücksichtigt. Im Bereich sexuell übertragbarer Krankheiten herrscht der Mythos, lesbisch zu lieben sei die beste Prävention. Dies ist auch dem Denkmodell geschuldet, dass sich homosexuelle Gesundheitsthemen auf Krankheiten mit Bezug auf gelebte Sexualität beschränken. Wünschenswert und angestrebt ist darum die weiter gefasste Perspektive, die z.B. auch

  • die psychologischen oder psychosomatischen Auswirkungen von nicht-heteronormaitvem Alltagserleben (Mehrfachdiskriminierung / -Abwertung),
  • Bewältigung von sexueller Gewalt, negativen Coming-out-Erfahrungen sowie übermäßig belastenden Alltagssituationen, z.B. in Job oder dem familiärem Umfeld.
  • Elternschaft in der Regenbogenfamilie u.a. mit dem Gesundheitsrisiko privater Samenspenden, den körperlichen Auswirkungen von Reproduktionsmedizin bzw. Belastung in der Planungs- und Adoptionszeit beinhaltet.

Zudem ist das Themenspektrum für weitere frauenspezifische Gesundheitsvorsorge (z.B. Brustkrebs und Umgang mit Krebserkrankungen) mit dem Augenmerk auf achtsame und queer-kompetente Begleitung z.B. innerhalb der Partnerschaften oder in Bezug auf die Vorannahme von (hetero / Zweier-) Partnerschaften offen.

Projektabschnitte / Arbeitspakete
  1. Erarbeiten der Inhalte und des Wissens zum bislang nicht verbreiteten Thema.
  2. Vernetzung in Fachkreise (bundesweit) und in niedersächsische Frauen*räume und zu Angeboten der queeren Community.
  3. Konzeption, Organisation und Umsetzen der Awareness-Kampagne und -Veranstaltungen.
  4. Konzeption, Erarbeiten und Umsetzen der Informationalmaterialien und -Medien.
  5. Konzeption, Organisation und Umsetzen von Qualifizierungsmaßnahmen für Beratende.
  6. Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit Beratungsangeboten in der näheren Umgebung und mit Informationsmaterial – in Kooperation mit lokalen oder regionalen oder bestehenden landesweiten Trägerinstitutionen.
  • Projektstart: 01.09.2017
  • Phase 1: Gesamt-Planung, Arbeitspakete 1 und teilweise 2+3 | bis Ende 2017
  • Phase 2: Arbeitspakete 2+3+4 und teilweise 5, Pioltangebote für 6 | 2018
Ansprechpersonen:
  • Jessica Lach, Projektkoordinatorin und Friederike Wenner, QNN-Geschäftsführerin für LiN | lin [at] q-nn [dot] de