Maßnahmen im Handlungsfeld Bildung

Schulaufklärung gibt es in Niedersachsen schon seit den 1990er-Jahren, damals entstanden in lokalen Initiativen Einzelner oder kleiner Gruppen. Mit den anfänglich in NRW um 2000 herum entwickelten Materialien und Standards sind auch seit vielen Jahren die lokalen Aufklärungsprojekte in Niedersachsen mit der Zeit zu „SCHLAUen Projekten“ geworden. Junge Erwachsene gehen im Peer-Ansatz und erst nach einer zweimoduligen Qualifizierung in der Akademie Waldschlösschen in die Klassen. Dort sensibilisieren sie für den Alltag lesbischer, trans*-, bisexueller oder schwuler Mitmenschen. Anfangs wurde die Qualifizierung und der Netzwerkaufbau über die Landesmittel des Sozialministeriums zum Abbau von Diskriminierung ermöglicht. Mittlerweile ist das Projekt dort angekommen, wo es hingehört: Das Kultusministerium stellt inzwischen die Fördermittel bereit, die in die lokalen Schulaufklärungsprojekte SCHLAU fließen. Diese haben Ende 2015 auch einen eigenen Landesverband gegründet.

Das Kultusministerium Niedersachsen hat nach der Debatte und Entscheidung für einen neuen Bildungsplan in den Jahren 2014/15 die sexuelle Vielfalt bereits in einigen Kerncurriculae der Schulen verankert:

„Der Sachunterricht ist vielperspektivisch angelegt. (…) [Er] fördert zum einen die Demokratiefähigkeit im Sinne von Mündigkeit, Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Solidarität und Gleichberechtigung, zum anderen trägt er zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei und berücksichtigt hierbei auch die Vielfalt sexueller Identitäten. Darüber hinaus bietet der Sachunterricht im besonderen Maße Gelegenheiten, soziale Kompetenzen zu erwerben und im täglichen Miteinander zu erproben.“
– Kerncurriculum Sachkunde an Grundschulen, 2017
„Der Unterricht im Fach Biologie trägt darüber hinaus dazu bei, den im Niedersächsischen Schulgesetz formulierten Bildungsauftrag umzusetzen, und thematisiert auch die Vielfalt sexueller Identitäten.“
– Kerncurriculae Sek. I und Oberstufe Biologie an Gymnasien, ab 2018

Im Rahmen der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“ können flankierende Maßnahmen geplant und die Pilotphase oder Modellprojekte gefördert werden. Grundlagen schaffen wird 2018/19 einer der sechs Fachkongresse zu den politischen Handlungsfeldern. Der Landesverband SCHLAU Niedersachsen ist als Trägerinstitution angefragt.

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